Kampagnenstory Bàs Diathan (Caledonian Highlander Army)

Es ist nicht üblich für die Soldaten eines Highlander-Regiments Dawn zu verlassen. Bàs Diathan, was Tod der Götter bedeutet, ist eine dieser “glücklichen“ Trupps. Sie sind genau so, wie man sich eine Ansammlung von Caledoniern vorstellt: ungewaschen, mies gelaunt, häufig betrunken und voller Dog-Faces. Vielen Kapitänen würden diese stinkenden Raufbolde nicht auf das Schiff kommen, doch ihre Effektivität überschattet meist das schlechte Temperament und die versauten Schlafkojen. Von Effektivität kann man bei Bàs Diathan allerdings nicht sprechen. Sie haben eine beeindruckende Vergangenheit von fehlgeschlagenen Missionen und eine alarmierend hohe Sterblichkeitsrate, sowohl in den eigenen Reihen, als auch bei Gegnern. Der einzige Grund warum sie noch nicht aufgelöst wurden ist, da es ein schöner Weg ist ungeliebte Soldaten loszuwerden. So ist Bàs Diathan ein Tummelplatz von Dog-Faces, Wulvern und 45ern alles zusammengehalten von einem Regiment Volunteers, auf die allerdings das Wort “Freiwillige“ kaum zutrifft.

Mitten innerhalb dieser wilden Krieger dient Angus McTavish. Ehemalig Medizinstudent aus gutem Hause, meldete er sich freiwillig beim Volunteers Corp. um Abenteuer zu erleben und seinem langweiligen Alltag zu entkommen. Eine Entscheidung die er schnell bereuen sollte. Seine fröhliche und naive Art machte ihn äußerst unbeliebt bei seinen Drill Sergeants und nach dem Abschluss seiner Ausbildung wurde er prompt zur Bàs Diathan versetzt. Dort sollten sie ihm Manieren beibringen und ihm zu einem echten Caledonier machen.

So kam es das Angus zu einer der größten Chaotentruppen auf ganz Dawn versetzt wurde. Doch durch seine Fähigkeiten als Feldarzt und Chirurg wurde er schnell zu einem wichtigen Mitglied und einem äußerst beliebtem noch dazu. Es stellte sich heraus, das weniger Soldaten sterben wenn man einen Arzt dabeihat…

POS Bismarck, Krankenstation

Der Wulfer kratzte sich am Ohr und zuckte mit der Schnauze. Besorgt blickte er Angus über die Schulter, was bei dem gewaltigen muskulösen Körper des Mutanten beinahe komisch aussah.

„Und Doc? Sin es Flöhe?“ nervös leckte er sich über die Lippen und schien dem Drang zu widerstehen sich mit dem Fuß am Ohr zu kratzen. Angus schwieg und schüttelte den Kopf.

„Danke Doc. Da fällt mir nen Stein vom Herz.“ Angus winkte dem riesigen rothaarigen Mann nur gedankenverloren zum Abschied, als er aus der Med bay stürmte.

Dieser war schon der dritte Wulvern an diesem Tag, der sich über juckendes Fell beschwerte. Sie waren unruhig, davon war Angus überzeugt, doch die Mutanten waren zu jung und konnten ihren eigenen Instinkten noch nicht vertrauen. Irgendetwas lief hier schief auf dem Schiff und die Dog-Faces ahnten es, die meisten Crewmitglieder und selbst die anderen Volunteers aus seinem eigenen Corp. Taten es nur als irgendeinen Aberglauben aus der Provinz ab, doch Angus war sich da nicht so sicher.

Die Mission schien einfach genug, einige Sesselfurzer sicher von A nach B zu bringen, aber was war schon einfach, wenn Bàs Diathan dabei war. Ausnahmsweise machte sich Angus nicht über seine eigenen Leute die meisten Sorgen. Er konnte nicht ganz mit dem Finger drauf zeigen, aber irgendwas war hier faul.

„’Schuldigung Doc.“ eine Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. In der Tür stand eine große muskulöse Frau mit einem Schopf buschiger, roter Haare, die sich mit ihren scharfen Fingernägeln hinter den spitzen, haarigen Ohren kratzte. „Ich glaub, ich hab Flöhe oder sowas.“

Angus lächelte seufzend. „Setz dich dahin, ich bin gleich für dich da.“

Tag 1: Enterangriff

POS Bismark, Zivilquatiere

Angus saß auf einem schmucklosen Hocker mitten in dem großen Quatier von Colonel McHarley. Trotz der relativ kurzen Zeit, die sie auf der Bismark verbringen würden, hatte sich der Colonel von Bàs Diathan bereits häuslich eingerichtet. Die kargen Möbel und Wände waren übersät von Trophäen, Waffen und Kriegsbeute. Am Kopfende des Zimmers hing ein gewaltiges HMG, welches panzerbrechende Munition mit einer Feuerrate von 900 Schuss pro Minute auf jeden Feind Caledonias feuern würde und von diesen gab es viele. Unter dieser beeindruckenden Waffe saß der Travis McHarley höchstpersönlich und sah Angus aus stahlgrauen Augen durchdringend an. Er war ein ehemaliges Mitglied des berüchtigten 3. Highlander-Regiments, den “Grey Rifles“ und war wie der Archetyp dieser stolzen Krieger. Lang wie ein Baumstamm, vierschrötig, mit einem Kiefer wie ein Amboss. Sein kahl rasierter Schädel war von dunklen Koteletten flankiert und er mahlte unheilvoll mit den Zähnen während er den Einsatzbericht zwischen seinen Fingern wandern ließ. Angus schluckte und warf einen Seitenblick auf die Tür. Beinahe hoffte er, dass in diesem Moment ein Shasvastii Enterkommando das Quatier stürmen und aus ihren Mägen Dudelsäcke machen würde. „Also Private…McTavish.“ Der Colonel tat so als ob er seinen Namen nicht kennen würde und blickte dabei demonstrativ auf den Einsatzbericht. „Sie sprechen hier von einem Sieg, richtig?“ „Ja, Sir.“ „Und ihnen ist nicht in den Sinn gekommen, dass die angespannte Situation mit dem lokalen Sicherheitsdienst und die Tatsache, dass sie uns gewaltsam aus dem Hangar vertrieben haben, diesen Sieg“ er setzte das Wort in Anführungszeichen. „etwas trüben, vielleicht sogar KOMPLETT NICHTIG MACHEN WÜRDE.“ McHarley schrie die letzten Worte und Speicheltropfen landeten in Angus angekokeltem Bart. „Nein Sir. Wie bereits in meinen Bericht steht habe ich die letzten Momente des Gefechtes nicht bei Bewusstsein verbracht. Man könnte sogar sagen, ich war nicht am Leben.“ „Und sie halten tot sein für eine gute Ausrede für einen lausigen Bericht?“ schnappte der Colonel ein. „Nun…N-nein Sir.“ stotterte Angus. „Aber ich musste mir eben den Rest aus Berichten meiner Kameraden zusammenklauben.“ „Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie so positiv über diesen Kampf erzählt haben wie sie es hier darstellen Private.“ Angus seufzte „Warum lassen sie mich eigentlich immer die Berichte schreiben, selbst wenn ich kaum am Kampf teilgenommen habe. Ich bin der Feldarzt. Ich meine fragen sie doch Private Firgis, sie hat mindestens ein halbes Dutzend Shasvastii im Alleingang gekillt und hat sogar die Sphinx schwer beschädigt.“ Colonel McHarley schnaubte verächtlich „PRIVATE FIRGIS?! Sie kann doch kaum schreiben. Deinen Schreibstil finde ich am angenehmsten, weil du immer diesen doppelten Zeilenabstand benutzt, da muss ich nicht mal meine Brille rausholen. Ich weiß nicht was sich die anderen Volunteers denken alles immer so klein zu schreiben. Außerdem habe ich gehört, das Private Fergis nach der Schlacht schlimm gestürzt ist.“ „Ja, ein Alien hat ihr ein Bein gestellt. Eine schreckliche Sache.“ Sie beide schüttelten den Kopf. Kurz trat Stille ein bevor McHarley erneut losschmetterte: „Wo wir gerade bei der Sphinx sind. Wie konnten sie den Shasvastii nur erlauben uns solche herben Verluste zuzufügen.“ Angus seufzte. „Sir, bei allem Respekt. Ich bin Arzt. Ich flicke Leute zusammen und bin nicht dafür da, Drachen oder irgendwelche anderen mythologischen Kreaturen zu töten.“ „Was meinen sie mit Mythologischen Kreaturen, Private?“ „Eine Sphinx ist eine…Nicht so wichtig.“ McHarley erhob sich „Private! Sehen sie dieses Maschinengewehr hier? Es hatte einst meinen Vater gehört und als er auf den Berrowick Hills gegen die Antipoden…“ Angus Verstand schaltete sich aus. Schon wieder die gleiche Rede, wie das letzte mal. Die Stimme des Colonels wurde zu einem Brummen in seinem Hinterkopf und er dachte über die schönen Dinge des Lebens nach. Aus irgendeinem Grund hatten sie meist etwas mit den Dog-Faces zu tun. Er mochte diese groben ungehobelten Gesellen, sie hatten einen echten Sinn von Kameradschaft und Ehre, den er aus seinem begütertem Zuhause nicht kannte. Mormaer mochten reich, die Scots Guard diszipliniert und die S.A.S. waschechte Profis sein, aber nirgendwo fand man Freunde wie in den irregulären Regimentern und nirgendwo verlor man sie so schnell wieder. Er musste an die schrecklichen Verluste denken, die sie in der Vergangenheit erlitten hatten. Jeden den er nicht retten konnte, war für ihn, wie ein Schlag in die Magengrube. „…und deshalb denke ich, dass sie der Beste für diesen Job sind, Private McTavish“ riss ihn McHarlay aus seinen Gedanken. „Äh…ja natürlich, ich stimme ihnen voll und ganz zu, Sir“ murmelte Angus schnell. „Sehr gut!“ erwiderte sein Gegenüber schneidig. „Sie werden sich sofort mit den Männern in den Lagerraum begeben und sich um diesen Feind kümmern! Mit ihnen werden neben den regulären irregulären Truppen auch eine Spezialeinheit des Haqqislam kämpfen. Außerdem stellen wir ihnen unsere beste Hackerin zur Verfügung. Alles verstanden?“ „Wir haben eine Hackerin? Äh, ich meine natürlich, alles verstanden, Sir“ Misstrauisch beäugte ihn Colonel McHarley. „Nun gut, wegtreten, Private“ Angus salutierte und verließ die Koje. Auf dem Weg zu den Lagerräumen konnte er nur über eine Frage nachdenken. Warum zur Hölle brauchen wir einen Hacker?

Tag 2: Ein Lager im Lagerraum

POS Bismark, Storage

Als ich das erste mal die Lagerräume betreten hatte waren sie von dem geschäftigen Treiben der Crew erfüllt, jetzt war es hier still, nur unterbrochen von dem Scheppern der Aleph-Rüstungen, dass man auch noch über den halben Raum hören konnte. Ich kletterte einen hohen Sicherheitsturm hinauf. Mein Scharfschützengewehr hing mir schwer auf der Schulter, doch das war nichts, was ich bisher noch nicht erlebt hatte. Keine Probleme. Auf der Spitze des Turmes baute ich mir mein Nest, ungesehen von unseren Feinden. Es waren irgendwelche überheblichen Supermenschen, mit futuristischer Ausrüstung und perfektem Training. Ich lächelte in mich hinein. Bisher hatte noch keiner ein Heilmittel gegen gute, alte T2 Munition gefunden, während ich selbige Patrone für Patrone in ein Magazin schob. Jetzt hieß es warten. Der Lagerraum war angefüllt mit kleinen Gebäuden, die mit Ausrüstung und Munition gefüllt waren. Das würde ein Fest geben, wenn wir erst einmal den Feind vertrieben hatten. Nach kurzer Zeit stürmten auch unsere Leute das Schlachtfeld. Zusätzlich zu den irregulären von Bàs Diathan waren einige Soldaten des Haqqislam dabei. Ich wusste nicht ganz was ich darüber denken sollte, einerseits war ich dem Clan treu und mit Clanmitgliedern fühlte ich mich immer etwas sicherer. Andererseits war ich nun mal ein Cateran und für genug Geld kann ich selbst die Gesellschaft von den Turbanträgern aushalten. Ich sah Doktor McTavish da zwischen den Mitgliedern seines Linkteams umher gehen und letzte Rationen verteilen. Er war wie die Mama des gesamten Regiments. Er sah zu mir auf und ich nickte ihm zu, keine Ahnung ob er mich gesehen hatte. Während meine Leute in Position gingen steckte ich mir eine Zigarette an. Ich verzog das Gesicht. Stimmt ja, war ne russische Marke, naja besser als nichts. Ein bestätigender Funkspruch ging rein, es konnte also losgehen. Eigentlich war meine Rolle eine unterstützende, doch ich suchte immer nach möglichen Zielen und da war auch schon eins. Eine Drohne mit einem 360 Grad operierendem HMG. Leichte Beute, von denen hatte ich schon dutzende erledigt. Ich reckte mich über die Deckung und legte meine Waffe an. Hmm, War doch etwas näher als ich gedacht hatte, könnte gefährlich werden. Hoffentlich hatte es mich noch nicht entdeckt, doch die Kugeln, die mir Sekunden später um die Ohren pfiffen beantworteten diese Frage. Nun gut, jetzt ist es auch zu spät. Mit zwei gezielten Schüssen brachte ich das HMG zum schweigen. Ich pustete mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sah mein nächstes Ziel, so ein gepanzerter Typ mit ner SMG. Er versuchte noch auszuweichen, doch die Kugel traf ihn direkt zwischen den Augen und das war bei T2 unheilbar. „Bullseye“ murmelte ich und lächelte zufrieden. Ich hatts immer noch drauf. Ein Dog-Warrior begann grad damit den gesamten Raum einzunebeln. Das hieß erstmal Pause, bis sich der Rauch verzogen hatte. Ich beschwerte mich nicht und zündete mir eine Siegeszigarette an. Die vorletzte aus der Packung. Ich hatte sie während der Attacke auf die Docks von irgendeinem russischen Antipodenficker, der unbedingt den Helden spielen wollte, geplündert. Wenn es um das ausnehmen von Leichen ging konnte keiner einem Cateran das Wasser reichen und ich hoffte auch hier auf reiche Beute. Ich blendete für einen Moment den Schlachtenlärm aus, bis ich mein Stichwort hörte, „der Feind rückt vor!“. Jetzt gings erst los. Doch die ganze Sache war, dann sehr viel uninteressanter als ich gedacht hatte. Niemand ließ sich vor meiner Flinte sehen und ich fing schon an mich zu langweilen, als irgendsoein Typ aufstand und mit ner verdammten Feuerbach auf mich schoss, auf mich. Er verfehlte natürlich, aber ich konnte mich auch nicht grad mit Ruhm bekleckern. Ich werd langsam zu alt für diesen Scheiß. Der Rest ist schnell erzählt. Der Dog-Warrior sprang Blutdürstig in die Menge der Feinde. Kurze Zeit später kletterte er verzweifelt wieder eine Kiste hinauf um zu entkommen, doch irgendwas großes und sehr starkes zog ihn an der Hinterpfote zurück. Das war das letzte was wir von dem Versager sehen würden. Kurz darauf lieferte ich mir noch nen Feuergefecht mit sonem Typen, der wie nen Wahnsinniger auf unsere Reihen zurannte. Nen bisschen T2 im Kopf machte mit dem auch kurzen Prozess. Danach zog sich der Feind auch schon zurück. (…) Keine Ahnung wie ob wir unser Ziel erreicht hatten, war ja alles mit Rauch zugenebelt. (…) Was ich geplündert habe? Natürlich gar nichts, sowas würd ich doch nie tun. Auch wenn ich froh bin, dass die Toten heute einen besseren Geschmack an Zigaretten hatten.

Colonel McHarley blickte von dem Bericht auf. „Nun, McTavish, finden sie nicht, dass dieser Bericht etwas einseitig war?“ Angus verschränkte schmollend die Arme. „Sir, sie haben mir doch gesagt, dass ich zu ungenau wäre, wenn ich meine Kameraden befrage.“ „So hatte ich das nicht gemeint und mussten sie unbedingt einen Cateran Scharfschützen befragen, selbst ich schäme mich manchmal für diese Typen. Außerdem das nächste…“ Die Tirade des Colonels wurde unterbrochen von einer Nachricht die über die öffentlichen Kanäle gesendet wurde. Eine zischende unmenschliche Stimme war zu hören. „Ihr armen kleinen Menschen, hört welches großzügige Angebot wir euch unterbreiten werden… Legt eure Waffen nieder und gebt den Weg zur Brücke frei, dann erwartet euch ein schneller und schmerzloser Tod…“ Eine lange Stille trat daraufhin ein und Angus konnte fasziniert beobachten wie McHarleys Gesichtsfarbe von kreideweiß auf Purpurrot wechselte. Sein Kiefer mahlte unheilvoll und er schien dem Drang zu widerstehen all seine wunderschönen Modellschiffe zu zerschmettern. Schließlich erhob er sich und griff nach dem HMG an seiner Wand. „Sie kommen auf das Schiff, schön und gut. Sie töten meine Männer, auch das kann ich verstehen. DOCH NIEMAND, ICH WIEDERHOLE NIEMAND WIRD UNGESTRAFT DAVONKOMMEN UNSERE EHRE ALS KRIEGER ZU BELEIDIGEN. WIR WERDEN IHNEN UNSERE WAFFEN GEBEN, DOCH ANDERS ALS SIE ES SICH VORSTELLEN. MCTAVISH, MACHEN SIE MEINE MÄNNER BEREIT! ICH WERDE DIESE AUßERIRDISCHEN BASTARDE EIGENHÄNDIG ZERREIßEN.“ Angus salutierte und verließ schnell den Raum. Es wird gesagt das Kaledonier drei Sachen nicht ausstehen können. Kritik, duschen und Beleidigungen. Diese armen Aliens würden, das bald am eigenen Leib feststellen müssen.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei