Kampagnenstory Assassination Squad “Deadly Viper” (Corregidor)

Isabelle’s Herkunft
„Vielen Dank und einen schönen Abend noch.“ Isabelle nahm die Flasche Bier im Mannschaftsheim entgegen und nippte kurz, ohne mit dem Getränk in Berührung zu kommen. ‚Sicher ist sicher‘ dachte Sie sich. Vielleicht wurde Sie bereits identifiziert und stand schon auf der Abschussliste. Ein schneller Blick durch den Saal verriet Ihr, dass noch andere Organisationen Ihre Vertreter geschickt hatten, die nicht zum diplomatischen Chor gehörten. Es waren die Feinheiten, die Sie verrieten…

Unter den Trümmern war ein leises Schluchzen zu hören. Schwester Nila reagierte sofort und aktivierte ihre Tarnvorrichtung. Mit dem Kombi-Gewehr im Anschlag näherte Sie sich dem eingestürzten Haus. Das Gebäude war ein primitiver Beton-Stein-Bau, typisch für die Nachkommen der ersten Siedler, welche vor vielen Jahren verschollen gingen. Ein Teil des Wellblechdaches war als Ganzes eingebrochen und hatte die Einrichtung der Baracke unter sich begraben. Umgestürzte Feldbetten und Spinde füllten die geschwärzten Mauerreste und sorgten für einen unwegsamen Zugang. Am ehemaligen Eingang lag eine verkohlte Leiche direkt neben der gesprengten Türe. Ranger-Corps war auf dem angesengten Abzeichen des Armes zu lesen. ‚Welch veraltete Truppenbezeichnung‘ dachte Nila sich, während sie vorsichtig über die Trümmer stieg. Das schluchzen kam aus der Ecke des Raumes. Ein paar umgestürzte Schränke hatten dort eine art Verschlag gebildet. Mit dem Lauf der Waffe schob Nila vorsichtig einen umgestürzten Stuhl an Seite und legte damit den Eingang zur Ecke frei. Ein kleines Mädchen mit strohblondem Haar kauerte hinter den umgestürzten Möbeln. Das Nachthemd des Kindes war an vielen Stellen angesengt, genauso wie der Teddy den es in Armen hielt. Nila senkte die Waffe und deaktivierte die Tarnvorrichtung. Ihre Umrisse entzerrten sich bis sie wieder deutlich zu erkennen war. Die beigefarbende Robe hatte hier und da ebenfalls ein paar kleine Brandspuren und war am Oberschenkel rot gefärbt, wo das Messer sie getroffen hatte.
Nila schulterte das Gewehr und beugte sich zu dem kleinen Mädchen herunter. Das schluchzen wurde lauter während das Kind den Kopf in dem Teddy vergrub. „Schhhh! Alles gut! Ich tue Dir nichts!“ sagte Nila mit ruhiger Stimme, während sie langsam die Arme ausstreckte. Im letzten Moment zog sich das Mädchen zurück und kroch noch tiefer in die Ecke.
„Du musst keine Angst haben! Ich will dir helfen.“ Nila merkte, dass Sie nicht für derartige Aufgaben ausgebildet war. Kontakt mit Kindern fing bei den Custodiern erst in einem Alter an, in dem die Kinder auch zu neuen Schwestern ausgebildet werden konnten. Dieses kleine Mädchen war bestenfalls vier oder fünf und noch nicht alt genug, um die Situation annähernd begreifen zu können. Nila setzte sich im Schneidersitz vor die kleine und zog ihre Kapuze und Maske aus. Ihre braunen Haare vielen über Ihre Schultern und umrandeten Ihr schlankes Gesicht. Das Kind schien etwas von seiner Angst zu verlieren und guckte nunmehr interessiert unter dem Schrank hervor. „Hier! Magst du mal sehen?“ fragte Nila und hielt dem Kind die Maske entgegen.
Vorsichtig kroch die Kleine unter dem Schrank hervor und griff nach der Maske. Sie war erstaunlich leicht und wirkte aus der Nähe betrachtet gar nicht mehr so bedrohlich. Fasziniert fuhr sie mit dem Finger über die Linienführung. „Wie heißt Du Kleine?“ fragte Nila das Mädchen. „Isabelle“ antwortete die Kleine, immer noch fasziniert von der Maske in Ihren Händen. „Na komm! Lass uns gehen Isabelle. Hier ist es gefährlich. Ich heiße Nila und werde Dich in sicherheit bringen!“ Isabelle streckte die Arme aus und ließ sich von Nila mitnehmen. So begann es…
Isabelle wurde in den darauffolgenden Jahren von der Schwesternschaft großgezogen. Mit zwölf Jahren bekam Sie ihren Cube eingepflanzt und wurde im Umgang an den Waffen ausgebildet. Doch das Schicksal wollte nicht, dass Sie eine Schwester des Ordens wurde. Mit Sechzehn wurde sie in einer Nacht- und Nebelaktion abgeholt und in ein neues Trainingslager gesteckt. Man brachte Ihre die Grundkenntnisse des Hackens bei, Sie lernte die Bedienung von taktischen Kampfanzügen und das Tragen von servogestützter Panzerung. Ihre Herausragenden Fähigkeiten bewies sie jedoch bei verdeckten Operationen.
Die innere Kälte, welche Sie nach dem unsanften Ableben Ihrer Familie verspürte verflog nach und nach, bis Sie voller Liebe für Ihre neue Familie war: den freiheitsliebenden Menschen, welche als Nomaden durch das All zogen.
Mit Einundzwanzig hatte Sie so viele Körperreisen und needle casts hinter sich, dass sie nicht einmal mehr Ihren eigenen Körper kannte. Ihr Verstand war außerordentlich resistent gegen die Nachteile des Einpflanzens in fremde Körper, sodass Sie des Öfteren auf ferne Missionen geschickt wurde, um Spezialmissionen zu erfüllen. Nach drei Jahren des ‚Reisens‘ kehrte Sie in Ihren Körper zurück. Sie war die jüngste Offiziersanwärterin und erhielt zu Ehren Ihrer Dienste direkt zwei Klone als Backup. Als Sie auf einer Mission zur Aufstachelung der japanisch-stämmigen Bevölkerung gegen die chinesische Obrigkeit gefangen genommen wurde überstand Sie 46 Tage intensiver physischer und mentaler Folter, bevor sie entkommen und ihren Geist uplinken konnte. Nach nur 63 weiteren Tagen wurde Sie als ‚vollständig genesen und einsatzbereit‘ klassifiziert. Keine Einheit hatte jedoch Interesse an Ihr und als es so schien, als ob es im Militär keine Verwendung mehr für Sie geben würde…

Das Intercom aktivierte und tauchte den kleinen Raum in grünes Licht. Isabelle setzte sich auf und aktivierte das Panel neben ihrem Bett. Trotz der nächtlichen Uhrzeit war Sie hellwach. Schlaf kam nicht mehr so leicht seit Sie auf einen Einsatz wartend in der Kaserne fest saß.
„Ja?“ fragte Sie fast schon übereifrig. Auf dem Schirm war niemand zu sehen, nur ein dunkler Hintergrund. Instinktiv griff Isabelle zu dem Ausrüstungsgürtel, welcher an Ihrem Stuhl hing. Während die eine Hand die Pistole umklammerte aktivierte sie mit der anderen Hand die Konsole der Hacking-Unit. Das Modul reagierte sofort und blendete alle Optionen auf einer kleinen Holo-Disk ein. Sie wählte die Sparte ‚Systemkontrolle‘ aus und loggte sich mit drei geschickten Fingerbewegungen in das Interkom ein, um den Anrufer zu lokalisieren. Das Modul übernahm die Arbeit und versuchte, den Anrufer zurück zu verfolgen. Zwei Sekunden später piepte des Modul und gab die Gewünschte Information aus: „Der Anruf erfolgt von Anrufer-ID 233473901, Geodaten: 23…“ Das kann nicht sein! Diese Anrufer ID war Ihre eigene, Sie…
Der laute Knall unterbrach den Gedanken. Die Konsole ging in Rauch auf als der Schuss den Bildschirm traf. Instinktiv wirbelte sie herum während sie sich vom Bett fallen ließ. Im Dunklen konnte sie die Umrisse einer Person ausmachen, die sich in der Ecke des Raumes versteckt hatte. Die Person feuerte erneut. Statt eines Geschosses schossen blaue Blitze durch den Raum und trafen Isabelle am Bein. Ihr neurales Netz brannte wie Feuer und verursachte Krämpfe und spastische Zuckungen. Sie ließ die Waffe fallen und kehrte in sich, um Ihre überladenen Synapsen zu beruhigen. Mit speziellen Trainingseinheiten war sie darauf trainiert worden innere Verletzungen zu heilen. Vor Ihren Gedanken formte sich eine Welle aus beruhigendem Wasser, welche über das Brennen hinweg schwappte. Die schmerzen ließen langsam nach und die Krämpfe verschwanden gerade rechtzeitig, um sich gegen den herannahenden Angreifer wehren zu können. Dieser hatte eine Keulenähnliche Waffe gezogen und sich ihr auf Armeslänge genähert. Die blauen Energieblitze waren die einzige Lichtquelle des Raumes und verrieten Isabelle, wo sich zumindest der Arm des Gegners befand. Mit voller Wucht schwang sie Ihre Beine in Bodenhöhe herum und traf sowohl den Stuhl als auch ein Bein des Widersachers. Mit lautem Krachen vielen beide zu Boden. Blitzschnell war Isabelle aufgesprungen und hatte sich auf Ihr Gegenüber gestürzt. Zwei leichte Handkantenschläge später beherrschte sie die Offensive und holte zum finalen Schlag aus als ein weiterer Knall ertönte. Funken sprühten über Isabelles Körper und raubten Ihr die Sicht und den Atem. Sie merkte den Aufprall kaum noch, als Ihr Leib taub auf das Laminat krachte. Es war, als wäre Sie in ein tiefes Becken geworfen worden. Alles um Sie herum verschwamm…
Das Licht viel durch den Stoff des schwarzen Sackes, den man Ihr über den Kopf gestülpt hatte. Es schien von einer Quelle zu kommen die flackernd über Ihr hing. Sie war an einen Stuhl gefesselt. Durch das Rauschen des Blutes in Ihren Ohren hörte Sie Stimmen von zwei oder gar drei Personen. Einer Frau und … zwei Männern. Die Luft war feucht und stickig. Eine Ladung Wasser beschleunigte Ihr Erwachen. Jemand riss Ihr den Sack vom Kopf und blendete sie mit der Lampe. Hinter der Lichtquelle konnte sie die Umrisse der drei Personen ausmachen. Sie waren alle vermummt. Die Kleinste der Drei, schritt in den Lichtkegel und ergriff Isabelle am Schopf Ihrer Haare: „So! Du bist wach. Gut! Wir überspringen das Vorspiel. Wer bist Du?“ „Mein Name ist Isabelle! Ich bin Mitglied der Streitkräfte des Freien Generationenschiffes Bakunin und ich…“ Klatsch! Die Ohrfeige unterbrach Isabelle und trieb Ihr den eiserenen Geschmack von Blut in Mund und Nase. „WER bist Du?“ Fragte die Frau erneut. Nach kurzem Zögern antwortete Isabelle erneut: „Mein Name ist Isabelle! Ich bin Mitgl…“ Eine erneute Ohrfeige unterbrach sie erneut. „ICH HABE GEFRAGT WER DU BIST! DU MISTSTÜCK!“ Schrie die Frau. „ANTWORTE! UND DIESMAL keine Plattitüden!“ „Ich bin Isabelle!“ antwortete Isabelle trotzig. „Na also!“ Sagte die Frau. „Kannst Du Dir vorstellen warum Du hier bist Isabelle?“ „Hmmm! Vielleicht habe ich Euch auf irgendeiner Mission mal zu sehr verärgert?“ Fragte Sie spöttisch und spuckte Blut auf die schwarze Uniform Ihres Gegenübers. Zwei weitere Ohrfeigen später sprach die Frau erneut: „Sehr witzig! Wie Du wahrscheinlich merkst habe ich nicht viel übrig für Deinen Humor! Aber der wird Dir auch noch vergehen.“ Sie nickte einem der beiden Begleiter zu worauf hin dieser mit einem Kabel, an dem eine Art Halsband befestigt war auf Isabelle zu kam. Isabelles Augen weiteten sich, als Sie den Gegenstand erkannte. Es war ein Cube-Adapter, jenes verpönte und galaxieweit verbotene Gerät, mit dem der Geist eines Cube-Trägers extrahiert und manipuliert werden konnte. Der Mann legte Isabelle das Halsband um und aktivierte das Gerät mit Hilfe einer Steuerkonsole, welche außerhalb Ihres Sichtbereiches zu stehen schien. Zu dem rauschen des Blutes in Ihren Ohren gesellte sich ein schrilles Pfeifen, währen die Maschine die Frequenz des Cubes auslas. Ein Piepen verriet, dass die Maschine gefunden hatte, wonach Sie suchte.
Isabelle fand sich in einem unendlich groß wirkenden Raum wieder, dessen Decke und Boden aus weiß leuchtenden Tafeln zu bestehen schien. Sie war auf einen Tisch geschnallt welcher neben einem weiteren Tisch stand auf dem sich diverse Apparaturen und Werkzeuge befanden. Die Drei Personen standen ebenfalls um Sie herum und wirkten in Ihren pechschwarzen Kluften völlig fehl am Platz. Die Frau trat einen Schritt nach vorne und zog Ihre Kapuze ab. Ein genetisch und plastisch verändertes Gesicht einer Frau mit Katzenohren, lila Haaren und einer leicht spitzen, schwarzen Nase mit Schnurrbarthaaren starrte sie an. Leicht angespitzte Zähne lächelten ihr entgegen, während die Frau nach einem Werkzeug auf dem Beistelltisch griff und es Isabelle vor die Augen hielt: „Ich werde schon alle Informationen bekommen, die ich benötige. Hoffentlich ist danach von deinem Verstand noch etwas übrig!“
Mit diesen Worten begann das Martyrium. Wie lange Sie auf diesem Tisch gelegen hatte und wie oft die Matrix resettet werden musste, weil Sie virtuell gestorben war wusste Sie nicht. Sie hatte sich kurz nach dem Beginn zurückgezogen, zurück in die brennende Kaserne weit weit weg von hier, in eben jene Ecke unter den Regalen, unter denen Sie vor zwanzig Jahren gefunden worden ist. Sie hatte Ihren Teddy dabei der Sie beschützte. Nila war da und reichte Ihr die Maske. Sie versteckte sich hinter der Maske und war unsichtbar. Niemand konnte Sie finden. Die Maske schützte Sie, Nila schützte Sie, Teddy schützte Sie…
Sie erwachte in einem hellen, freundlichen Raum. Medizinische Geräte waren an sie angeschlossen und überwachten ihre Vitalfunktionen. Ihr Körper war unversehrt ja geradezu gesund und fit. Mit zwei griffen hatte Sie die Sonden von Ihrem Körper gemacht und setzte sich im Bett auf. Nach ein paar Schritten hatte Sie sich wieder gesammelt und bewegte sich durch den Raum auf der Suche nach Hinweisen wo sie sich befand. „Und? Wie fühlst Du Dich?“ Isabelle wirbelte herum und hob die Arme für eine eventuelle Verteidigung. Die Kleine Frau mit den felinen Gesichtszügen stand Ihr gegenüber. „Tut mir leid, dass Deine Ankunft so unsanft gewesen ist. Das ist die Prozedur, die hier jeder durchläuft, bevor er aufgenommen wird.“ Isabelle machte einen großen, ungewöhnlich schnellen Schritt auf die Frau zu und packte Sie am Kittel. „Wo bin ich?“ bellte Sie förmlich heraus. „Was habt Ihr mit mir gemacht?“ Die Katzenfrau hob beschwichtigend die Hände und löste sich aus Isabelles Griff. „Ruhig Isabelle! Wo Du bist tut derweil noch nichts zur Sache. Du wurdest hierher gebracht, weil Du keine Aufgabe mehr hast und niemand sich um Dein Schicksal mehr kümmert. Niemand außer uns!“ sagte die Frau lächelnd. Isabelle traute der falschen Katze immer noch nicht. „Außer Euch? Wer seit Ihr? Und warum dieser Überfall? Ich folge auch guten Argumenten und…“ Wieder erhob die kleine Frau eine Hand. „Du wirst noch alle Details erfahren. Wichtig ist nur: Dies hier ist die letzte Station, die Du in Deinem Leben erreichst. Du wurdest von Deiner Familie im Stich gelassen. Ausrangiert. Weggeworfen. Das ist nicht der Weg, den wir, die Bewohner der unabhängigen Weltenschiffe gehen. Wir sind eine Familie! Und jetzt sind wir Deine Familie. Egal wo Du her kommst, hier bist Du zu Hause und wirst es immer sein.“ „Wer ist wir?“ fragte Isabelle. Ungeduld stieg in Ihr auf und Ihre gelüstete es nach einer physischen Auseinandersetzung. „Beruhig Dich!“ Sagte die Frau etwas beunruhigt. „Dein Körper hat ein paar ‚Veränderungen‘ erfahren. Du musst Dich erst an seine neue Funktionsweise gewöhnen.“ „WAS FÜR VERÄNDERUNGEN???“ schrie Isabelle „Was habt Ihr mit mir gemacht?“. Die Katzenfrau trat einen Schritt zurück. „Wir haben Dich nach Deiner Ankunft sehr in ‚Mitleidenschaft‘ gezogen. Die Schäden deines Körpers mussten teilweise künstlich repariert werden. Wir haben Ihn bei der Gelegenheit etwas verbessert um Ihn auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Du wirst schnell die neuen Vorzüge zu schätzen lernen…“ das Krachend es Tisches unterbrach die Frau im Satz. Isabelle hatte mit der Faust auf den Tisch geschlagen und diesen ohne größere Anstrengung entzwei gebrochen. Verdutzt hielt sie inne und betrachtete ungläubig ihre unversehrte Faust. „Wie gesagt:“ fuhr die Frau fort „Du wirst Die Veränderungen zu schätzen lernen. Setz Dich. Ich erzähle Dir etwas über uns!“
Und dann erfuhr Isabelle Alles. Die „Black OPS“, wie sich die Organisation nannte war eine spezielle Einsatztruppe von ehemaligen Soldaten und Söldnern, welche Ihre Wurzeln in den Schiffen der Nomaden hatte und von Ihnen finanziert wurde. Sie erledigt die Aufgaben, welche nicht mit den drei Schiffen in Verbindung gebracht werden dürfen, aber dennoch 100% loyaler Agenten sogenannte „Operator“ bedarf. Alle Mitglieder der „Black OPS“ werden dies auf Lebenszeit und nur der Tod kann dies beenden. Die Identitäten und vorherigen Informationen der Operator werden gelöscht. Durch Genmanipulation und biocybernetische Eingriffe wird der Körper verbessert und die DNA-Identität zerstört. Spezielles Training sorgt für die Bildung und Zusammenführung des Elite-Kaders. Die Aufgaben werden dann je nach Spezialisierung einem bis zu fünf Operators übertragen.
Isabelle blieb nicht viel Zeit, sich an Ihre neue Position zu gewöhnen, bevor es zu Ihrem ersten Einsatz ging. Sie erhielt eine Identität und wurde zu der POS Bismark als „Sicherheitspersonal“ für die Botschafterin Camilla Blaire geschickt. Dort angekommen würde Sie weitere Instruktionen erhalten

Der Alarm! (2. Tag)


Das Heulen der Sirene füllte den ganzen Raum aus und übertönte alle anderen Geräusche. „ACHTUNG, ACHTUNG! EINDRINGLINGSALARM! ALLE EINHEITEN AUF DIE GEFECHTSSTATIONEN! ACHTUNG, ACHTUNG!…“
Bevor Isabelle sich versah schaltete die Notbeleuchtung ein und tauchte den Raum der Kantine in rotes Licht. Die anderen Anwesenden reagierten ebenso verdutzt und konnten nur noch zusehen, wie sich die Eingangstüre schloss und verriegelte.
„Wir sitzän in där Fallä!“ ertönte eine harte Stimme hinter Isabelle. Sie drehte sich langsam um und blickte in das Gesicht eines älteren Mannes mit leicht geknickter Nase und starken Wangenknochen. Seine Uniformabzeichen wiesen Ihn als Offizier der 2067. Marineschützen aus. Ruhig entzündete er eine Zigarette und blies nach der ersten Inhalation einen Rauchkringel in die Luft.
Isabelle war von seiner Ruhe beeindruckt. „Wir werden angegriffen! Aber von wem?“
„Das wärdän wir wohl bald ährfahrän!“ sagte der Mann und winkte seine Truppe großer Kantiger Leute heran. Auf russisch (eine der wenigen Sprachen die Isabelle nicht verstand) gab er einem der Männer einen Befehl, welcher sich umgehend zur Tür aufmachte.
Isabelle folgte dem Mann und betrachtete ebenfalls die Türe. Ein typisches Panzerschott wie es für die sequenzielle Abtrennung von Abteilungen im Falle eines Druckverlustes vorgesehen war. Das Bedienpanel war einfach gehalten und gab neben der Möglichkeit zur Eingabe eines Öffnungscodes nicht viel her. Isabelle aktivierte den, bis dahin versteckt gehaltenen Computer, welchen Sie an Ihrem Arm trug und griff nach Ihrer Maske, in der die Hacking Einheit installiert war. Das Display erwachte zum Leben und projizierte die möglichen Optionen auf die umliegenden, elektronischen Geräte.
‚Ein altes Schiff, ein alter Sicherheitsstandard‘ dachte Isabelle und aktivierte das Modul zur Umgehung der aktiven Sicherheitsprotokolle. Während hunderte von Daten in rasanter Geschwindigkeit über Ihr Auge liefen aktivierte sich das künstliche Netz mirkoskopischer Datenleitungen, welches zur Verstärkung der Neuralen Funktionen in diesem Klon installiert worden waren und filterte alle relevanten Stellen des Algorhitmus heraus, um den Umgehungscode auszulesen…

…Die Kammer war schlicht und dunkel, als Isabelle sie mit Cora (die Katzenlady wie sie stets genannt wurde) betrat. Nach Ihrer Aufnahme in die Black OPS hatte Cora Ihr mehr über die genetischen Veränderungen Ihres Körpers erzählt. Black OPS hatte bereits die beiden Klone, welche Isabelle als Dankeschön für ihre treuen Dienste erhalten hatte in das Hauptquartier der Organisation gebracht sowie einen weiteren Klon eigens gezüchtet. Dort wurden Sie für die diversen, zukünftigen Aufgaben „konfiguriert“. Jeder Klon erhielt dafür Modifikationen, die für unterschiedliche Missionsschwerpunkte geeignet waren. Isabelles aktueller Körper hatte ein hochmodernes Netz an Reflexboostern, künstlichen Muskelfasern sowie einer verstärkten Knochenstruktur erhalten. Da Sie noch als Mensch durchgehen sollte wurde auf die Implantierung von subkutaner Panzerung verzichtet. Eine Handbewegung von Cora aktivierte das Licht in mehreren dutzend Tanks in der Kammer. Die Meisten waren mit Körpern gefüllt, welche scheinbar schlafend in einer klaren Flüssigkeit zu schwimmen schienen. Spezielle Atemgeräte versorgten die Tankinsassen mit Luft und Nahrung.
Wortlos schritten die beiden Frauen durch die Reihen, bis Sie vor drei Tanks stehen blieben. Die Tanks waren alle mit einem sechsstelligen Identifikationscode beschriftet, welcher sich nur durch die letzte Zahl von einander unterschied. In allen Tanks befand sich eine Identisch wirkende Silhouette einer blonden Frau athletischer Statur mit blonden Haaren. Isabelle lief ein kalter Schauer den Rücken herunter, als Sie das Bild sah. Die eigene Reflektion im Spiegel zu sehen war das Eine dass von von Mal zu Mal schwieriger wurde, wenn man den Körper wechselte. Drei exakte Kopien von sich selbst so real und plastisch vor sich zu haben war jedoch eine andere Hausnummer. Die Vergänglichkeit der fleischlichen Hülle und zugleich zu sehen, wie einfach sie reproduziert werden konnte. Dennoch war es nur totes Fleisch ohne einen Geist, der es bewohnte… Cora schien das Gedankenspiel erahnen zu können und lächelte Isabelle an: „Ja, es ist immer wieder Beeindruckend mit der eignen Sterblichkeit konfrontiert zu werden! Aber deswegen habe ich Dich nicht hier her gebracht. Für deine bevorstehende Mission hat Operation-Command beschlossen, Dir eine andere Konfiguration zuzuweisen. Du sollst die Diplomatin Blaire beschützen. Da es ausreichend „Sicherheitspersonal“ geben wird, wurde Dir die Rolle der Spezialistin zugewiesen. Wir müssen Dich daher in Isa-3 transferieren.
‚Isa-3!‘ Der wohl unpassendste Ausdruck für Isabelles dritten Klon, welcher eigens von Black OPS gezüchtet wurde. Die genetische Modifikation des Gehirns sowie sämtliche Veränderungen und Ergänzungen des neuralen Netzes erforderten einen Eingriff im Kindesalter und dies hatten alle anderen Klone von Isabelle bereits überschritten. Das mikroskopisch feine Netz zusätzlicher Informationsleitungen, welches sich durch den gesamten Körper zog diente der verbesserten Abwehr fremder Substanzen und Organismen im Körper. Weiterhin half es bei der Unterdrückung von Schmerzreizen, welche durch externe Stimulanz im Körper verursacht wurde. Durch spezielle Eingriffe wurden die natürlichen Nervenenden verödet und durch künstliche Spitzen ersetzt. Dies erhöhte das Feingefühl aller Sinnesorgane bei gleichzeitigem Senken der Empfindlichkeit.
Hyperstimulation gepaart mit organischen Speicherchips ermöglicht es, bestimmtes Fachwissen für die bevorstehende Aufgaben dem Operator zur Verfügung zu stellen, als ob es sein Eignes Wissen sei.
Isabelle war sichtlich nervös, diesen, Ihr unbekannten Körper zu „beziehen“. Cora versuchte Sie zu beruhigen: „Keine Angst! Dieser Körper fühlt sich genauso an wie deine Anderen Klone, ja vielleicht sogar noch viel mehr so. Du wirst Ihn Lieben!“
Wenig später, als Isabelle die Augen ihres neuen Körpers öffnete wusste Sie, was Cora meinte. Alles schien viel realer zu sein. Sie konnte Feinheiten der Filterstoffe in der Luft riechen, die Lichtstärke Lux-genau bestimmen und die Oberflächenbeschaffenheit des Behandlungstisches mit Ihrer Haut fühlen. Außerdem hatte Sie das Wissen über ein halbes Dutzend Sprachen, fundamentale Kenntnisse über Medizin, Technik, Elektronik und das Bedienen von Hacking-Devices. Es würde einige Zeit dauern, bis Sie das volle Potential dieses Sleeves nutzen können würde, aber die Vorzüge waren jetzt schon deutlich erkennbar. „ich glaube unsere Kleine mag Ihre neue Gestalt!“ gluckste Cora, während sie Isabelle einen Bademantel reichte…

… Das Schloss sprang auf grün und die Tür öffnete sich. Es hatte keine zehn Sekunden gedauert. Auf dem Flur herrschte heilloses Chaos. Mannschaften und Verteidiger rannten wild durch einander. Keiner beachtete die Gruppe, die aus der Kantine kam. „Wir wärdän uns zu dän Docks begäbän.“ Sprach der Offizier. „Vermutlich wird äs dort ätwäs zu tuän gäbän!“
„Ich werde Ihnen folgen!“ sprach Isabelle. Auch wenn Ihr Ziel in einer anderen Richtung lag waren die Docks für das weitere Vorankommen erst einmal wichtig.
Auf den Weg dorthin erschütterten mehrere Einschläge das Schiff. Die Bordgeschütze eröffneten das Feuer auf einen, offensichtlich aus allen Richtungen herannahenden Feind. Wie konnte es zu diesen Überfall kommen? Ein starker Ruck ging durch das Schiff und ein Zweiter und ein Dritter. Boarding-Torpedos. Der Feind war Im Schiff. Jetzt hieß es schnell sein.
Das Schott zum Dock stand halb offen als Isabelle und der Zug Marines dort eintrafen. Aufgrund der Stellung des Linken Flügels sowie des Funkenfluges, welcher aus dem Torrahmen sprühte war es ersichtlich, dass sich dieses Schott so schnell nicht mehr schließen würde. Der Marine Zug sicherte den Eingang während Isabelle und der Lieutenant das Dock betraten.
Die Wucht der Treffer und kleinen Explosionen hatte die Ladung des Docks komplett durch einander geworfen. Die Panozeanischen Verteidigungskräfte hatten anscheinend automatisierte Verteidigungseinheiten installiert, welche in den beiden Lagerbüros die Stellung hielten. Durch den Rauch konnte man die Eindringlinge nur schemenhaft erkennen doch Isabelles verfeinerter Geruchssinn verriet Ihr schnell, wer der Eindringling sein musste: Die Plasmaentladungen konnten nur von den Waffen des grässlichsten aller Feinde stammen: der Combined Army!
„Na Schnuckelchen! Hast Du mich vermisst?“
Isabelle rollte mit den Augen. „Senor! Es ist mir, wie immer eine besondere Freude!“ sagte Sie. „Wie ich sehe habt Ihr es aus eigner Kraft geschafft, Euch aus den Kisten zu befreien.“ „Ich habe mich schon aus finstereren Löchern befreit Schunckelchen!“ Antwortete die Stimme, während sich parallel dazu eine Schlanke, Silhouette aus dem Schatten löste. Ein paar wilde, von Kopf bis Fuß tätowierte Gestalten folgten der Person. Der Frontmann war in ein rotes Ledergewand gekleidet und trug eine farblich passende rote Maske die seine Gesichtszüge verdeckte.
„Isabelle hatte schon einmal „Kontakt“ zu Senor Massacre, wie er sich selber gerne nannte. Er war einer der berühmtesten und berüchtigtsten Söldner und bekannt dafür, nahezu alle Herausforderungen zu überleben, die Ihm gestellt wurden. Doch die vernarbte und verletzte Gestalt, die sich unter der Maske verbarg konnte auch ganz anders sein. Nach Ihrem gemeinsamen Einsatz durfte Isabelle auch für eine Nacht diese Züge des sonst so arroganten und vorlauten Charakters kennenlernen. Am nächsten Tag war er verschwunden…
„Gut zu sehen, dass Du deinen knackigen Arsch auch weiterhin in Form zu halten scheinst! Hast Du mir gerade auf den Schritt geglotzt? Du erinnerst Dich also noch…“ „Nicht jetzt!“ unterbrach Ihn Isabelle. „Wie ist der Status?“ „Die Anderen sind eingetroffen und die ersten Drohnen konnten aus den Containern befreit werden. Wir haben Feindkontakt vermieden und daher keine weiteren Schritte unternommen.“
Ein Knacken im Headset unterbrach das Wiedersehen. „An alle Sicherungs- und Verteidigungskräfte an Bord der POS Bismarck. Wir wurden von einer noch nicht genau identifizierten Einheit der Combined Army geentert. Wir rufen alle Personen, die eine Waffe halten können auf, die Docks gegen die Feindliche Übernahme zu verteidigen da die Sicherheit des Schiffes ansonsten nicht gewährleistet werden kann. Alle Streitkräfte setzen sich bitte umgehend mit der leitenden Deva-Einheit in Verbindung! Ich Wiederhole: alle Streitkräfte…“
Isabelle unterbrach die Verbindung. Die Verteidiger der OSS hatten im Nördlichen Teil der Halle Aufstellung genommen. Es sah so aus als würden sie vor Beginn des Konfliktes nicht mehr erreicht werden können.
„Aye yer! Wir sind wohl auf uns alleine gestellt!“ Ein paar Caledonier erreichten die langsam wachsende Gruppe. Trotz Ihrer ungehobelten Manieren freute Isabelle sich, die todesmutigen Kämpfer auf Ihrer Seite und in Ihrer Nähe zu wissen.
„Lieutenant“ rief Sie auf dem offenen Kanal. „Wären Sie so gut und würden die Koordination übernehmen?“
„Sälbstverständlich! Allä mal här gähört! Wir gähän wie folgt vor…“
Und dann kamen die Angreifer. Schneller als die Scharfschützen ihre Schusspositionen beziehen konnten fielen die Außerirdischen über die Verteidiger des Diplomatenchors her. Senor Massacre und seine wilden Kerle schmissen sich mutig in die Schlacht und erkauften den Verteidigern weitere Zeit. Die Russen verfügten anscheinend nicht nur über gute Schützen sondern auch hervorragende Ingenieure, sodass die vorgeschobene Drohnenstellung instand gehalten wurde. Auch die Caledonier und weiteren Sicherheitsleute opferten mutig Ihr Leben, um den Angreifern Einhalt zu gebieten. Isabellle gelang es gerade noch, auf dem Dach eines Lagerbüros Stellung zu beziehen, als die Luft anfing zu flimmern und eine riesige Silhouette sich von der Wand eines weiteren Büros löste. Das Ungetüm, halb Maschine halb Züchtung schnellte auf die Verteidigungsstellung zu und deckte das Feld mit flammendem Inferno ein. Isabelle spürte die Präsenz der Kreatur und streckte ihren Geist nach dem Wesen aus. Als Die Kreatur Ihren zweiten Anlauf nahm griff Isabelle an. Es war kein Angriff mit üblichen Waffen sondern ein Kampf der Geister. Isabelles Verstand traf auf das wirre, laute gekreische der fremdartigen Kreatur. Normalerweise diente dieser Angriff dazu, Maschinengeister und elektronische Programme zu infiltrieren. Eine halb künstliche halb organische Intelligenz war eine ganz andere Sache. Der Verstand der Kreatur, geprägt wie seine äußere Gestalt umrundete Isabelles Geist wie ein Raubtier, dass nach einem wunden Punkt seines Opfers Ausschau hält. Isabelle hielt alle Gedanken zusammen und beobachtete das Tier aus allen erdenklichen Winkeln. Die Kreatur verlor die Geduld und attackierte gerade als Isabelle den Kontakt abbrechen wollte. Vor Ihrem geistigen Auge rangen die beiden um die Vorherrschaft Blut schoss der wahren Isabelle aus Ohren und Nase als die Kreatur sich auf Isabelles Geist warf doch sie war darauf vorbereitet und rammte der Kreatur das Gedankenmesser in die Rippen. Die Kreatur zog sich kreischend zurück doch bevor sie sich erholen konnte setzet Isabelle nach und legte das Monster in Ketten. Beide Akteure verschmolzen zu einer Geistigen Masse und als Isabelle die Augen öffnete waren es nicht ihre eigenen, sondern die Facettenartigen der Sphinx in deren Geist sie gerade eingedrungen war. Lange würde sie diesen Verstand jedoch nicht dominieren können ohne sich selbst darin zu verlieren. Schon jetzt spührte sie, wie die Hacker der Gegenseite versuchten, Sie aus den Gedanken der Sphinx zu werfen.
Senor Massacre kämpfte, weil er gerne kämpfte. Mehr gab es dazu nicht zu sagen, außer dass er gut in dem war, was er tat und sich ein außerordentliches Sümmchen in seinem Leben dadurch verdient hatte. Doch auch Senor Massacre hatte Feinde, die er nicht gerne bekämpfte und der Umbra, wie er laut Designation bekannt war gehörte zu eben jenen Gegnern. Auch wenn er binnen kürzester Zeit instinktiv und intuitiv den Kampfstil des Feindes erkennen und kontern konnte war der Legat dennoch ein formidabler Gegner der Ihn sein ganzes Können abverlangte. Wieder und wieder trafen Ihre Waffen auf einander und langsam kroch eine unbefriedigende Müdigkeit in seine Gliedmaßen. Der große Schatten, welcher über den Container zu seiner Rechten viel brachte ihn aus seinem Gedanken. Die monströse Sphinx stürzte sich mit einer plumpen, widernatürlich wirkenden Bewegung auf den Legaten und lenkte diesen lange genug ab, dass er den finalen Treffer landen konnte. Sein Funk knackte und eine krächzende Stimme, fremd und dennoch bekannt zugleich klang in seinem Ohr: „kann die Kreatur nicht mehr lange halten! Töte Sie!..“ Ohne nachzudenken erneuerte er den Griff um seine beiden einzigartigen Schwerter und machte der Kreatur den Gar aus.
„Sie ziehen sich zurück!“ Eine überdurchschnittlich weiche und fast schon zu menschlich klingende Stimme meldete sich über den Breitbandkanal. „Vielen Dank an alle Verteidiger. Wir bitten umgehend um die Einstellung sämtlicher Kampfhandlungen. Bewaffnete Einheiten, die nicht zur Schiffsbesatzung gehören mögen bitte alle Waffen sofort ablegen.“ Isabelle schnaufte. „Von Rückzug kann wohl keine Rede sein! Es sind immer noch Einschläge auf der Schiffshülle zu spüren. Weitere Angreifer werden folgen und wir werden nicht wehrlos zusehen.“ „Alle Verteidiger, die nicht zur Schiffsbesatzung gehören werden gebeten, umgehend die Waffen nieder zu legen. Jeglicher Verstoß gegen diese Aufforderung muss als Akt des Verrates betrachtet werden und wird geahndet! Bitte verhalten sie sich kooperativ!“
„OK! Also, Job erledigt, danke und jetzt verpisst Euch?“ Isabelle liebte Senor Massacre dafür, dass er es immer schaffte Sachverhalte mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. „Wir ziehen uns zurück. Sie werden das Dock nicht unbeaufsichtigt lassen und wir sind zu wenige um die Kontrolle zu übernehmen. Unsere Aufgabe ist es, die Diplomatin zu schützen und wir dürfen…“ „Wänn ich Sie untärbrächen darf Frau Isabella?“ meldete sich der Lieutenant zu Wort. Isabella war von der Ruhe in seiner Stimme überrascht und bedeutete Ihm fortzufahren. „Meine und Ihre Männer habän kaum noch Munition und Waffän. Ich schlagä dahär vor, dass wir uns gemeinsam auf dän Wäg zur Waffänkammer bei den Quartierän machän. Von dort aus lässt sich Bässär planän!“
„Aye! Und ein paar unserer Kameraden sitzen noch in den Quartieren fest. Wir müssen Sie befreien!“
„Abgemacht! Wir ziehen uns zurück!“ Ohne viel Zeit zu verlieren setzten die Überlebenden sich in Bewegung, bevor die Schiffscrew sich ihrem Standort zu sehr nähern konnte.
Isabelles internes Com klickte und sie erwartete wieder irgendwelche Anzüglichkeiten von Senor Massacre: „Auf ein Wort Isabella!“ Die Stimme mit dem russischen Akzent überraschte Sie. „Ich dänkä, dass Sie und wir ein ähnlichäs Ziel verfolgän! Wir sollten dahär unserä weiterän Aktionän zusammän planän!“ „Wie kommen Sie darauf, dass wir die gleichen Ziele verfolgen?“ fragte sie verdutzt, immer noch verwundert wie, er die Funkfrequenz ihres Coms knacken konnte.
„Nicken Sie einfach wänn ich richtig liegä!“ sprach er ruhig. Isabelle hörte ihm aufmerksam zu und nickte dann langsam. Sie hatten in der Tat ein gemeinsames Ziel…

Ashes and … (3. Teil, 2. Spieltag):


… hell und dunkel. Dunkel und hell. Ein stechender Schmerz unter der Rippe verriet ihm, dass der Splitter aus seiner Brust eiterte. Seine Finger waren schon nachgewachsen sodass er sich den Kopf halten konnte. Die hellen Flächen verschwanden allmählich und das Bild eines total zersprengten Raumes bildete sich vor dem Auge „Uhhh! W… was für ne scheiß Party war das denn? Hätte ich meine Hose eher gefunden… Uah!“ Der total verbrannte Kopf von Kershik starrte ihn leblos an.
Senor Massacre setzte sich langsam auf. Seit seinem „Unfall“ hatte er diese hyperregenerativen Fähigkeiten. Für sein Äußeres war es jedoch nicht besonders förderlich gewesen, sodass er es vorzog, die meiste Zeit unter seiner Maske zu verbringen. Er war immer noch ein Frauenschwarm keine Frage, aber irgendwie mochte er seine vernarbte Visage…
‚Moment!‘ Ich glaube, ich habe gerade etwas anderes zu tun. Er schaute sich im Raum um. Der Kommandoraum dieses Quartier-Abschnitts war völlig geplündert. Es waren auch außer seinen Jaguars und der Verbrannten Leiche von Lt. Benbris keine Körper der Angreifer zu finden. Offensichtlich hatten Sie Ihre Toten mitgenommen. Der Vorstoß hatte a Momentum verloren als sich die Sicherehitskräfte der Diplomaten aufteilten. Benbris, ein betagter Lieutenant des freien Weltenschiffes Corregidor hatte Isabelle und die verbleibenden Jaugars zusammen mit dem Russen, Vladenkov… Vladiminsk… Vladivostok… dem „Russen“ in die Quartiere geführt, in denen immer noch Einheiten der Verteidigungstruppe festsaßen. Und dann kamen die Aliens. Nicht wie erwartet mit schwerem Gerät, dafür aber in Dutzenden. Ihre kleinen, schabenartigen Kreaturen schnellten vor, während getarnte Einheiten sich im Hintergrund bewegten. Die Russen und seine Männer vielen wie die Fliegen, sodass Ihnen nur die Flucht nach vorne in den Kommandoraum blieb und dann: PENG! Noch eine von diesen miesen Kampfdrohnen. Sphinx wurde sie genannt. Fast nicht aufzuspüren schlich sie wie ein überdimensioniertes Raubtier blitzschnell über die Flanke heran und holte sich die russische Flankendeckung. So schnell, wie sie aufgetaucht war hatte sie sich auch wieder zurück gezogen nur um am Kontrollraum wieder aufzutauchen, gerade als die Diplomaten die Kontrolle über den Raum zu gewinnen schienen. Ihre Flammenwerfer spuckten unnatürliches Feuer in die schmale Kammer. Keiner entkam. Selbst es selbst ging zu Boden und dann…
Er verließ den Raum und folgte den weiteren Kampfspuren zur Kreuzung. Noch mehr Tote! Die gesamte Russische Eingreiftruppe lag danieder. Das elitäre Training schien Sie nicht vor der schieren Masse der Angreifer bewahrt zu haben. Die Restlichen Nomaden waren ebenfalls hier. Der Senor hielt hier und da und barg ein paar Cubes. Vielleicht würden diese Frauen und Männer irgendwann einmal wieder einen Einsatz sehen. Trotz der intensiven Suche fand er keine Spur von Isabelle und ein klein Wenig Erleichterung machte sich breit. ‚Wär schade wenn dem hübschen Stück Arsch etwas passiert wäre!‘ dachte er nur. ‚Jetzt bloß nicht sentimental werden!‘ maßregelte er sich. ‚Hattest schon hübschere und charmantere Schnallen als die Hacktussi!‘ trotzdem ging ihm die Arbeit jetzt leichter von der Hand.
Seine beiden Klingen waren noch intakt, wenn auch neue Griffbänder erforderlich waren. Die Russen hatten auch so wenig Munition verschossen, dass er noch genug Nachschub fand. Weder besonders leise noch unauffällig bewegte er sich durch die Gänge, während er auf der Suche nach den Resten seiner Truppe war. Ein Crew-Mitglied, dass etwas unsanft in ihn stolperte verlor nach einem Handkantenschlag das Bewustsein, ein verirrte Unidrone hingegen Ihren Kopf.
Vereinzelte Funksprüche erreichten sein. Halb verschmortes Commlink. Offensichtlich hatten sich die verbleibenden Sicherheitskräfte neu formiert und waren auf dem Weg ins… ‚Maschinendeck?!?‘ Was um Himmels Willen wollten Sie bloß dort? Welcher Trottel führte denn die Truppe gerade und warum hatten Sie so schweres Gerät wie einen Iguana dabei??? Die eigentliche Marschrichtung war doch eine ganz Andere.
Während Senor Massacre in die Tiefen des Schiffes hinabstieg beschlich Ihn ein ganz anderer Gedanke. Was, wenn die Truppe nicht freiwillig auf das Maschinendeck gegangen war undwarum hörte er nichts mehr von Ihnen. Die Verteidiger hatten doch das Maschinendeck unter Kontrolle, sodass dies eigentlich… „FUCK!“
Hätte seine Comms-Einhait noch funktioniert wäre jetzt das ganze Schiff zusammen gezuckt, doch so erschrak nur der Wachmann vor Ihm kurz bevor ein Schlag gegen die Schläfe Ihn ‚ruhig stellte‘. Während er durch die Versorgungsschächte hinab stieg ging er immer wieder die Mitglieder der Sicherheitstruppe durch. Ein Funkspruchfetzen, den er direkt zu Beginn seiner Suche noch aufgefangen hatte war von einem Lt. Domingo. Unter seinem Kommando schien die Haupttruppe Richtung Maschinenraum gezogen zu sein. ‚Lt. Domingo‘ … ‚Domingo‘! Irgendetwas stimmte mit diesem Namen nicht.
Die verkleideten Röhren wichen dreckigen, alten rostigen Rohrleitungsschächten. ‚Von wegen tolles Schiff und so! Der Kahn taugte tatsächlich nur noch für so ein Diplomatenzeug. Einen echten Kampfeinsatz würde die Kiste nicht mehr… Aehh zurück zum Thema! Domingo!‘ Eine weitere Ecke sowie einen hart vermöbelten Decktechniker später blieb der Senor wie angewurzelt stehen. ‚Fuck! Das wars!‘ „Dieser verdammte Lurch! Oh man! Wieso da nur keiner drauf gekommen ist!“ Wild mit sich selber redend eilte Massacre weiter den Gang hinab. ‚Lt. Erasmus Domingo, ein vollspaßt wie er im Buche steht hatte vor vier Monaten einen sehr unglücklich gelaufenen Einsatz gegen einen Horchposten der Schlitzaugen gleitet. Der Senor und seine wilden Kerle waren für diesen Einsatz gebucht worden. Als die Truppe Ort ankam war der Schlamassel schon da: Domingo hatte die Soldaten zu nah an den Horchposten herangeführt ein ‚Anfängerfehler‘ um es nett zu formulieren, sodass die ganze Mission in ein Schlachtfest ausartete und am Ende zur Sprengung des gesamten Areals ohne nennenswerte Erkenntnisgewinnung führte. Glücklicherweise musste Lt. Domingo nicht mehr für diesen Fehlschlag, der viele gute Leuten das Leben gekostet hatte nicht mehr gerade stehen. Während er aus dem Sprengradius zu flüchten versuchte verirrte sich eine Kugel von Senor Massacres Pistole ‚aus Versehen‘ in Domingos Bein und stoppte seine Flucht. Der Feuerball der Explosion tat sein übriges und beendete die unsägliche Ära Domingo ein für alle Mal. Wie konnte er, ohne dass sein Cube geborgen wurde nicht mal vier Monate später eine sensible Einsatztruppe leiten? Es sei denn, es war nicht Domingo, der diese Truppe befehligte…‘
Senor Massacre umrundete einen Maschinenblock und trat auf das Maschinendeck. Was er dort sah ließ selbst seine, sonst so vorlaute Schnauze verstummen…

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