Kampagnenintro Saritas’ Sieben (Combined Army)

Saritas schaute aus dem trüben kleinen Bullauge. Alle Monitore waren abgeschaltet, ebenso wie der Antrieb, um dem Feind keine Vorwarnung zu geben. Das winzige Schiff stürzte mit atemberaubender Geschwindigkeit dem Schlachtfeld entgegen und doch hörte man kein Geräusch außer dem regelmäßigen Atem des Umbra Legaten. Aber in der Ferne – in der schnell näher kommenden Ferne – tanzten die Schiffe seiner Verbündeten bereits ihren Tanz mit dem trägen Raumkoloss der Menschen. POS Bismarck… Ob der Name eine Bedeutung hatte? In Kürze würde er für die Menschen eine neue bekommen. Niederlage. Zerstörung. Schmerz! Vor der nächtlichen Schwärze des Alls verzierten Explosionen den hellen Leib des feindlichen Schiffes wie feurige Blüten. Hier und dort stoben Dampfwolken hervor, wo ein Schuss einer Railgun sein Ziel getroffen hatte. Salven aus vielen Gatlingkanonen zerfetzten Landungsschiff um Landungsschiff und wo sie einen Antrieb erwischten, ließen sie einen Regen aus glühenden Trümmern zurück. Es war ein erhebender Anblick. “Genießt du diese Symphonie des Todes, wo dein eigener so nah sein könnte?” fragte er mit einem bösartigen Spott in der Stimme.
Erschrocken zuckte Agent Shiis zusammen und vergaß für einen Moment, die antrainierte Kunst der perfekten Stille, als der Umbra ihn so direkt ansprach. “Äh, Captain?” “Legat. Aber sprich.” “Äh, Captain Legat, tut mir leid, aber ich höre nichts.” “Du hörst was nicht?” “Na wegen Ihrer Symphonie. Ich dachte wir sollten sämtliche Elektronik-” “Schweig still, Narr. Das ist nicht der Moment für Scherze. Dies ist der moment für Epik!” Schweigend blickte Saritas aus dem Fenster. Schweigend schaute Shiis ihm dabei zu. Nach einigen Momenten – die näher gekommenen Explosionen zeichneten schon tanzende Schatten der beiden an die Kabinenwand – fragte der Shasvastii: “Captain Legat, Herr, hätte man die Planung dieser Geheimoperation nicht doch einem Mentor überlassen können?” Der angesprochene fuhr zornig herum: “Was?!” “Na, ich meine nur, weil diese Geheimaktion, also dieses Reinschleichen, Hacken und Rausholen ja irgendwie eher Shasvastii-Art ist.” Durch das trübe Bullauge war jetzt jede Einzelheit auf der zerfurchten Hülle der Bismarck zu sehen. “Und was glaubst du,”, kam die Frage bedrohlich ruhig zurück, “was einer von euch besser gemacht hätte?” Ungebremst schoss das Landungsschiff auf die Außenhülle zu. Der Einschlag war noch drei Sekunden entfernt. “Äh, naja” antwortete Shiis zögerlich, “vielleicht hätte dann das geheime Einschleichen nicht mit einem gewaltigen Aufprall gestartet.”


Etwas später lief Saritas behende über das Trümmerfeld, das einmal eine Landungsbucht gewesen sein konnte. Die menschliche Atemluft war widerlich dünn und stank nach Schwäche, aber sie war atembar. Shiin hatte erfreulich schnell die strukturelle Integrität der Außenhülle wieder hergestellt und genehmigte sich jetzt einen Snack. Was vom Landungsschiff übrig war verstopfte das Leck in der Bismarck gut genug, um den Trupp hier nach dem ersten Gemetzel wieder zu sammeln und um den Nox zu finden, der sich beim ersten Anzeichen von Widerstand in irgendeine Ecke verkrochen hatte. Die Zwillinge waren längst wieder getarnt irgendwo in den Schatten verschwunden. Batarut suchte mit Faci nach versteckten Überlebenden, die ihnen in den Rücken fallen könnten. Einen hatte Faci wohl gerade gewittert, denn auf ein geiferndes Knurren folgte ein Schrei und dann begeistertes Kauen und Schlingen, sowie wütende Ausrufe der Morat-Jägerin: “Aus! Böse! Aus! Wir haben noch Arbeit! Böse Preta!” Saritas erreichte den ebenfalls kauenden Shiin und sah ihm dabei zu. Shiin sah ihm wiederum beim Zusehen zu und fragte dann schmatzend: “Is was?” Der Umbra trat gegen einen Kadaver, dessen blau-weiße Uniform von Plasmaentladungen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt war. “Ich frage mich, ob Sie die Daten über unsere Gegner korrekt aufgenommen haben.” Shiin biss herzhaft zu, irgendetwas krachte laut zwischen seinen Zähnen. “Klaro. Wir Shasvastii haben einen Zugang, über den -“ “Ich bin über die Möglichkeiten der gebündelten Bio-Informationsverarbeitung bestens Informiert. Ich frage mich nur, ob Ihrer eine Fehlfunktion hatte.” “Warum, Chef?”, fragte der Caliban und biss ein weiteresMal in seine Beute. Saritas sah ihn lange nachdenklich an. Einmal mit Profis arbeiten… Dann antwortete er: “Sie essen gerade einen Stuhl.”

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